Projektausgaben für berufliche Bildung verdoppelt

„Wir freuen uns darüber, dass das Bundeskabinett nach dem Bildungsgipfel beschlossen hat, die Projektausgaben für die Modernisierung und die Stärkung der beruflichen Bildung zu verdoppeln und diese auf 190 Millionen Euro zu steigern“, so Berthold Gehlert, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS).

Auch wenn Bundesbildungsministerin Anette Schavan versichert, dass der Etat ihres Ministeriums im Jahre 2010 gegenüber dem Vorjahr um etwa 6,9 Prozent auf 10,9 Milliarden steige, bleibt immer noch unklar, wer in der beruflichen Bildung der Nutznießer dieser Erhöhung ist. Der Sachaufwand der beruflichen Schulen wird aufgrund des Bildungsföderalismus von den Landkreisen und Kommunen und der Personalaufwand von den einzelnen Bundesländern bezahlt.
 
Beim letzten Bildungsgipfel in Berlin wurde beschlossen, dass der Bund sich zu 40 Prozent an den Bildungsausgaben der Länder beteiligt. „Wie viel davon fließt dann wirklich in die berufliche Bildung?“, so die berechtigte Frage von Gehlert. Wenn die Gelder nach dem „Forderungskatalog“ der Bundesregierung an die Bundesländer als Bildungsinvestitionen unter anderem in die Sprachförderung, die Förderung lernschwacher Kinder oder die Verbesserung der Qualität der Ganztagsschulen fließen sollen, wird nach den bisherigen Erfahrungen für die beruflichen Schulen nur noch ein Rest übrig bleiben.
 
„Eine Verteilung nach dem Gießkannenprinzip bringt da nichts“, so der Bundesvorsitzende des BLBS. „Die Gelder müssen so angelegt werden, dass wichtige Probleme angegangen werden können, und dazu gehören vorrangig die Stärkung der beruflichen Schulen und deren verbesserte, den modernen Anforderungen der Wirtschaft und Technik angepassten Ausstattungen. Wenn daran nicht gedacht wird, fehlen der deutschen Wirtschaft in Zukunft gut und zeitgemäß ausgebildete Fachkräfte. Diese braucht die Wirtschaft dringend, wie in allen Prognosen deutlich gefordert wird.“
 
Bildungsinvestitionen in die berufliche Bildung sind gut und wichtig für ein Land, das wie Deutschland keine Rohstoffe besitzt. Diese müssen aber dort ankommen, wo Bildung stattfindet – direkt an den beruflichen Schulen, vor Ort. Zu fragen ist daher, ob das Geld, das oben sinnvoll ausgeschüttet wird, auch im dafür vorgesehen Umfang voll unten ankommt.