Die beruflichen Schulen mit einbeziehen

Der Bundesverband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS) begrüßt die gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und der Bundesagentur für Arbeit „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“, um damit jungen Erwachsenen eine Chance auf Ausbildung einzuräumen.

Der BLBS warnt jedoch davor, auf eine "zerpflückte", auf verschiedenen Ausbildungsbausteinen aufbauende Ausbildungsstruktur zu setzen. Verschiedenartigste Modelle außerschulischer Bildungsträger haben in den letzten Jahren gezeigt, dass es bei angelernten jungen Erwachsenen theoretisch hervorragend funktioniert, die in der Praxis erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten auf anerkannte Ausbildungsberufe anzurechnen. In der Umsetzung war dies jedoch bisher nur in Ausnahmefällen realisierbar. Den Angelernten fällt es in der Regel nicht schwer, sich die fehlenden Praxisinhalte "ihres ausgeübten angelernten Berufes"  anzueignen. Große Schwierigkeiten gab es jedoch, wenn es um die dazugehörenden Theorieanteile ging.

Deshalb fordert der BLBS die beiden Aktionsbeteiligten auf, sich vor Beginn der Kampagne „AusBILDUNG wird was – Spätstarter gesucht“ mit der zuständigen Berufsschule ins Benehmen zu setzen. Es muss vorher geklärt werden, in welcher Weise der für einen Ausbildungsberuf unabdingbare Theorieanteil erlernt werden kann, damit eine Berufsabschlussprüfung erfolgreich werden kann.

Deswegen reicht es aus Sicht des BLBS nicht, die "jungen Leute zu motivieren, ihre Fähigkeiten zu nutzen und sie auszubauen, ihnen ein Angebot zu machen und auf die Partner in der Wirtschaft zu setzen", wie die Bundesagentur das in ihrer Pressemitteilung vom 7. Februar 2013 formuliert hat. Wichtig ist es aus Sicht des BLBS vielmehr, auch die Berufsschulen in das "Angebots- Kalkül" mit einzubeziehen. Aus unserer Sicht ist es unabdingbar, dass die mit im Boot sitzen, die diese Inhalte vermitteln, denn der Anteil an theoretischen Lerninhalten wird bei allen Ausbildungsberufen immer größer.