BLBS: Plagiatssoftware völlig überflüssig!

„Schutz des geistigen Eigentums ist auch für die Lehrerinnen und Lehrer  an beruflichen Schulen oberstes Gebot“, so Berthold Gehlert, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS) und weiter: „Es kann nicht sein, dass Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen unter Generalverdacht gestellt werden und mit einer Plagiatssoftware der Bildungs- und Schulbuchverlage überprüft werden müssen! Diese Berufsgruppe ist schon durch Ausbildung und Aufgabe hinreichend für die Thematik sensibilisiert“.

Die Bildungs- und Schulbuchverlage und deren Autoren gestatten nach dem „Gesamtvertrag zur Einräumung und Vergütung von Ansprüchen nach § 53 UrhG“ als Rechteinhaber den Lehrkräften die Herstellung bestimmter analoger Kopien aus Schulbüchern in Klassenstärke. Das ist gut so. Dafür zahlen die Länder eine jährliche Vergütung. Der BLBS hält diese Regelung für ausgewogen, da sie sowohl den Verlagen als auch den Schülerinnen und Schülern zu Gute kommt.

Diese Grundübereinkunft, die für analoge Vervielfältigungen gilt, muss großzügig an das digitale Zeitalter angepasst werden. Der BLBS fordert, dass die zu erstellende Plagiatssoftware der Verlage, mit der digitale Kopien auf den Speichersystemen der Lehrerinnen und Lehrer aufgespürt werden kann, nicht pauschal, sondern nur in konkreten Verdachtsfällen eingesetzt wird. Ferner ist sicherzustellen,

  • dass die Voraussetzungen des Datenschutzes eingehalten und
  • keine personenbezogene Daten an die Verlage übermittelt werden.

Keine vorschnellen Dienstanweisungen!

Die Länder haben sich in dem Vertrag verpflichtet, verbindliche Vorgaben für Dienstanweisungen zur Überprüfung der Speichersysteme der Lehrkräfte zu erstellen. Der BLBS appelliert an die Länder, diese Dienstanweisungen nicht vorschnell zu erstellen, die Lehrkräfte nicht unter den Generalverdacht der Urheberechtsverletzung zu stellen und die demnächst stattfindenden Gespräche der Kultusministerkonferenz mit den Verlagen abzuwarten.

„Im Zweifels- oder Konfliktfall ist Aufklärung immer besser als Kontrolle. Abzulehnen sind jedenfalls alle Formen einer pauschalierten und auf Misstrauen beruhenden anonymen Überprüfung. Vorauseilender Gehorsam durch schulische Dienststellen der Länder ist unangebracht“, betont der BLBS-Bundesvorsitzende.