BLBS: OECD hat endlich die beruflichen Schulen entdeckt

"Endlich hat die OECD als Teil ihrer Studie `Bildung auf einen Blick 2010´ die Berufsbildungspolitik untersucht. Die Untersuchung `Lernen für die Arbeitswelt´ kommt nämlich zu einem Ergebnis, das die immer wiederholten Aussagen des BLBS unterstreicht: `Die Berufsbildung ist in Deutschland fest in der Gesellschaft verankert und genießt ein hohes Ansehen.´ Das hilft uns ungemein, unserem Ziel näher zu kommen, den Stellenwert der beruflichen Bildung in das rechte Licht zu setzen", so Berthold Gehlert, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS).

In der Untersuchung heißt es weiter: "Das deutsche Berufsbildungssystem vermittelt Qualifikationen in einem breiten Spektrum von Berufen und passt sich flexibel an die sich wandelnden Arbeitsmarkterfordernisse an. Das duale System ist in Deutschland besonders gut ausgebaut und verbindet Lernen im Betrieb mit Lernen in der Schule. "Es freut uns besonders, dass die beruflichen Schulen explizit erwähnt werden, da beide Partner des dualen Systems die Auszubildenden für einen erfolgreichen Einsatz im Beruf vorbereiten", so Gehlert weiter.

Schüler im bestehenden Übergangssystem

Die Studie stellt fest, dass manche Schülerinnen und Schüler nach Abschluss der allgemeinen Bildung nur über unzureichende Basiskompetenzen verfügen. "Es ist leider zu wenig bekannt", so Gehlert weiter, "dass wir auch Schüler ohne Ausbildungsverhältnisse, Schüler im sogenannten Übergangssystem, auf die Ausbildungsreife vorbereiten müssen und damit einen wichtigen volkswirtschaftlichen Beitrag leisten." Auch hierzu hat die OECD-Expertin Kathrin Höckel bei der Präsentation der Studie eine für die beruflichen Schulen interessante Aussage gemacht: "Die beruflichen Bildung in Deutschland leistet einen wesentlichen Beitrag zur Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt und ist ein entscheidender Faktor für die im internationalen Vergleich geringe Jugendarbeitslosigkeit." Hier empfiehlt die Studie, einen Koordinierungsausschuss für das Übergangssystem einzurichten, um das Übergangsystem transparenter zu machen und die Zusammenarbeit zu verbessern. "Auch das ist eine schon seit einiger Zeit erhobene Forderung des BLBS", so Berthold Gehlert.

Größere Aufmerksamkeit für die Leistungen der Berufsschule

In der Studie kommt die OECD zu dem Schluss, dass im Rahmen der dualen Ausbildung den Leistungen in der Berufsschule eine größere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte, da Basisqualifikationen verfestigt werden, die über die berufliche Flexibilität und die langfristigen Erwerbschancen der Arbeitnehmer entscheiden. Die Studie empfiehlt hier als wichtigen Schritt die Zusammenlegung der Abschlussprüfungen. "Endlich finden wir auch Unterstützung von der OECD in unserer langjährigen Forderung, die Leistungen in der Berufsschule durch ein gemeinsames Zeugnis mit der Kammerprüfung aufzuwerten", freut sich der BLBS-Vorsitzende und weiter: "Hoffentlich erreichen wir nun unser Ziel leichter, die Prüfungen der Kammern mit der Abschlussprüfung der Berufsschule zusammenzulegen, wie es die Studie empfiehlt."