BLBS fordert breit angelegte Imagekampagne für die berufliche Bildung

„Wer bäckt in Zukunft Brot und Semmel? Wer installiert elektrische Anlagen? Wer baut Autos und repariert sie? Wenn wir nicht endlich eine Trendwende auf dem Ausbildungsmarkt schaffen, wird es keine Menschen mehr geben, die diese Arbeiten leisten“, so warnt Eugen Straubinger, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS), anlässlich der heute veröffentlichten Studie der Bertelsmann-Stiftung mit dem Titel: „Beschäftigung boomt, Ausbildung bröckelt“.

„Sie kommt zu Besorgnis erregenden Ergebnissen“, so Straubinger, die duale berufliche Bildung verliere zunehmend an Bedeutung:

  • In der Zeit zwischen 1999 und 2015 wuchs die Zahl der Beschäftigten um 12,1 Prozent, während die Zahl der Auszubildenden um 6,7 Prozent zurückgegangen ist.
  • Zwischen 2008 und 2015 ging die Ausbildungsquote – das Verhältnis von Auszubildenden zu den Beschäftigten – von 6,5 Prozent auf 5,1 Prozent zurück.

Der BLBS fordert daher:

  • Von allen allgemeinbildenden Schulen: Erheblich verbesserte Informationen für ihre Schülerinnen und Schüler zur Berufsorientierung über handwerkliche und industrielle Lehrberufe.
  • Von der Politik: Eine intensive Unterstützung und Hervorhebung der Bedeutung der beruflichen Bildung für den Erfolg der deutschen Wirtschaft.
  • Von der Öffentlichkeit: Eine ausführliche Erläuterung und Darstellung des Wertes und der Erfolge der beruflichen Bildung, die beispielsweise in den Medien immer nur als Randerscheinung auftaucht.
  • Von den Betrieben: Eine verlässliche Übernahme der Berufsstarter nach erfolgreicher Ausbildung bei entsprechender Eignung.