BLBS-Stellungnahme zum Regierungsentwurf der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie vom 31. Mai 2016:
Der Regierungsentwurf zur Nachhaltigkeit berücksichtigt nicht die Stärkung der beruflichen Schulen!

Der BLBS begrüßt, dass die Bundesregierung der Öffentlichkeit einen Entwurf zur Fortschreibung der Nachhaltigkeitsstrategie vorlegt. Die geplante Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ist an vielen Stellen richtig formuliert und unterstreicht die gewachsene Aufgabe, um auch die global vereinbarten Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung in Deutschland zur Orientierung nationaler Politik zu machen.

Berufliche Schulen stärken

Für das Jahr 2030 und darüber hinaus bedeutet dies aber auch, die beruflichen Schulen als Nachhaltigkeitsfaktoren verlässlich und zukunftsorientiert zu stärken. Diese bisher hervorragenden Lernorte beruflicher Bildung verlieren auf nationaler und internationaler Ebene zunehmend den Anschluss, weil personell und sächlich zu wenig Investitionen von finanzschwächeren Bundesländern, von deren Schulträgern und den Städten bzw. Landkreisen getätigt werden.

Die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, die Einführung von nachhaltigen Konsummustern und Produktionsweisen und die Bekämpfung von Ungleichheit werden grade an den Lernorten der beruflichen Bildung, den beruflichen Schulen, nachdrücklich und mit hohem Engagement vorangebracht. Leider werden die guten Leistungen in der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und der Beruflichen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE) zu wenig öffentlich und politisch wahrgenommen.

Flächendeckende Investitionen in die beruflichen Schulen

Der BLBS gegrüßt ebenfalls das Vorhaben, die Nachhaltigkeit in gemeinsamer politische Verantwortung von Bund, Ländern und Kommunen kohärenter zu gestalten. Mehr gemeinsame politische Verantwortung bedeutet auch, Lösungen für mehr gemeinsame Investitionen in die regionale berufliche Bildung, speziell in die beruflichen Schulen, zu finden. Das Kooperationsverbot sollte auch für die beruflichen Schulen gelockert werden. Ein nationaler Berufsbildungsfond für berufliche Schulen würde die Chance bieten, dass auch nicht so finanzstarke Kommunen und Bundesländer die Möglichkeit hätten, ihre veralteten beruflichen Schulen verlässlich und zukunftsorientiert (nachhaltig) sächlich und personell zu modernisieren. Den bisherigen Worten der Allianz für Aus- und Weiterbildung vom 12.12.2014 sind noch keine Taten gefolgt. Die notwendigen flächendeckenden Investitionen in die beruflichen Schulen sind bis dato nicht getätigt worden. So verlieren die beruflichen Schulen international den Anschluss und können die vielfältiger werdenden Aufgaben nicht mehr erfolgreich wahrnehmen. Es droht eine Destabilisierung der international so hochanerkannten dualen Berufsausbildung, weil der bisher verlässliche Stabilitätsfaktor – die berufliche Schule – aus dem politischen Blick geraten ist und investigativ vernachlässigt wird!

Die beruflichen Schulen haben einen Mehrwert, weil diese das nachhaltige berufliche und gesellschaftliche Denken und Handeln der jungen Menschen und angehenden Fachkräfte wesentlich prägen und bei entsprechender verbesserter personeller und sächlicher Ressourcenausstattung noch intensiver prägen könnten.

Der BLBS zeichnet ein konkretes Bild und einen konstruktiven Weg für eine konkretisierende Nachhaltigkeitspolitik sowie eine erfolgreiche gesellschaftliche Transformation auf.

Eine vollständige Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigt mehr Investitionen in die Wirkfaktoren für nachhaltige Entwicklung, die berufliche Schulen!

Weitere Informationen unter:
Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie Neuauflage 2016 (PDF, www.bundesregierung.de)
Pressmitteilung: „Mutiger und nicht nur moderat verändern!“ (www.nachhaltigkeitsrat.de)