BLBS: Die Bertelsmann-Studie muss alle wachrütteln!

„Zunächst war es der Berufsbildungsbericht 2015, dann die Erkenntnis der Technischen Universität München, eine restriktive Zulassungspolitik einzuführen, um den `Akademisierungswahn´ zu stoppen und jetzt die Ergebnisse der Bertelsmann-Studie ´Ländermonitor berufliche Bildung´. Immer hat der BLBS darauf hingewiesen, dass die Anzahl der Bewerber für die Ausbildungsplätze und gleichzeitig die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze bundesweit gesunken ist. Dem muss unbedingt auf schnellstem Wege entgegengewirkt werden! Gleichzeitig muss der Drang, an eine Hochschule zu gehen, gestoppt werden“, so Eugen Straubinger, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS).

Einerseits ist nach der Bertelsmann-Studie die Zahl der Bewerber für einen Ausbildungsplatz um 19% gesunken, die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze um 13%. Es muss auch aufhorchen lassen, dass die Zahl der unversorgten Bewerber gestiegen und die Zahl der unbesetzten betrieblichen Ausbildungsstellen einen Höchststand erreicht hat und das bei einer hervorragenden Konjunktur.

Andererseits hat das statistische Bundesamt im August 2015 lobend festgestellt hat, dass Deutschland in der gesamten EU die niedrigste Jugendarbeitslosigkeit aufweist. Ferner wird zum Beispiel in der „Europäischen Ausbildungsallianz“, zu der 84 Partner zählen, das duale Ausbildungssystem hochgelobt.

„Ein Umdenken ist erforderlich“ so Straubinger, und weiter: „Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung bis 2018 insgesamt 1,3 Milliarden Euro in die Hand nehmen will, um die betriebliche Ausbildung anzukurbeln.“ Der Bildungsmonitor zeigt aber auch deutlich, dass ebenso viel Geld in die Bundesländer fließen muss, um die „Unterschiede zwischen den Bundesländern“ auszugleichen, die in der Studie deutlich werden. Nur so können auch die Chancen der Jugendlichen mit „schwächerem Schulabschluss“ und solche mit Migrationshintergrund verbessert werden.