BLBS stellt fest: Volle Hörsäle – leere Werkbänke!

Auf der einen Seite müssen Universitäten mit einem eklatanten Platzmangel kämpfen und wie es die Technische Universität München z. B. tut, zu einer „restriktiven Zulassungspolitik“ übergehen. Auf der anderen Seite haben Handwerks- und Industriebetriebe kaum noch Chancen, ihre offenen Lehrstellen zu besetzen. „Darauf hat der BLBS schon seit langem in vielen Veröffentlichungen hingewiesen und ein Umsteuern in der Bildungspolitik gefordert“, so Eugen Straubinger, Bundesvorsitzender des Bundesverbandes der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen (BLBS).

Die Entwicklung weg von der betrieblichen Ausbildung hin zum Hochschulstudium ist im Augenblick kaum zu bremsen und wird sich in Zukunft auch fortsetzen. Das belegt auch eine Studie der Bertelsmann-Stiftung, die besagt, dass die Unternehmen in 15 Jahren mit 80.000 Lehrlingen weniger auskommen müssen. Dabei lässt die demografische Entwicklung schon jetzt erahnen, dass die Anzahl der Schulabgänger gewaltig sinken wird. Für die Betriebe wird es dann noch eklatanter, Lehrlinge zu finden, wenn das Studium der Ausbildung noch weiter den Rang abläuft.

Der BLBS fordert daher:

  • Die Berufsorientierung muss in allen allgemeinbildenden Schulen erheblich ausgebaut und die Jugendlichen frühzeitig auf die über 300 anerkannten nicht-akademischen Ausbildungsberufe hingewiesen werden.
  • Schon bei den Elternabenden in den Grundschulklassen muss neben den Beratungslehrern der allgemeinbildenden Schulen verpflichtend der Beratungslehrer der zuständigen beruflichen Schule eingeladen werden. Nur er kann über die vielfältigen Möglichkeiten der berufsschulischen Bildungswege korrekt informieren, die dem Motto folgen: „Kein Abschluss ohne Anschluss“.