Reform der Lehrerbildung in den einzelnen Bundesländern (Stand: Januar 2009)

In fast allen Bundesländern werden neue Lehrerausbildungskonzepte mit gestuften (konsekutiven) Bachelor-/Masterstudiengängen eingeführt oder im Rahmen von Modellversuchen erprobt. Entsprechend dem Bologna-Prozess sollen die Maßnahmen bis zum Jahre 2010 abgeschlossen werden. Angaben zum Stand der Reformen enthalten die folgenden Ausführungen.

Das Zentrum für Lehrerbildung der Ludwig – Maximilian - Universität München hat im Januar 2008 eine Übersicht über den Stand der Reformen der Lehrerbildung bezüglich der Einführung der Bachelor- und Masterstrukturen in den einzelnen Bundesländern (Autor: Frau Ellen Emmerich) erstellt.

In Anlehnung an diese Recherche wurde die hier vorgelegte weiterführende und aktualisierte Darstellung zur Lehrerbildung (Stand November 2008) erstellt.
 
In der Mehrzahl der Bundesländer sind die Lehrämter nach Schularten gegliedert:

  • Grund- und Hauptschulen
  •  Realschulen, Mittelschulen
  •  Gymnasien
  •  Berufliche Schulen
  •  Sonderschulen

Darüber hinaus verwenden viele Bundesländer spezifische Schulformenbezeichnungen zur Einordnung der Lehrämter:

  •  Lehrämter der Grundstufe bzw. der Primarstufe
  •  Lehrämter für die Sekundarstufe I
  •  Lehrämter für die Sekundarstufe II
  •  Lehrämter für berufliche Schulen (Berufspädagogik,  Wirtschaftspädagogik)
  •  Sonderpädagogische (Förderschulische) Lehrämter

Insgesamt sind sowohl im Bereich der bisherigen Lehrerausbildung mit 1. Staatsprüfung nach Lehrerprüfungsordnungen (LPO) als auch in der Lehrerbildung nach konsekutiven modularisierten Bachelor- / Masterstudiengängen große Unterschiede zwischen den Bundesländern zu verzeichnen. Dies betrifft sowohl die Dauer der Ausbildung als auch die durchführten Schulpraktika bzw. die Studien- und Prüfungsordnungen.
 
Bereits im Februar 2007 hat die KMK Festlegungen für die gegenseitige Anerkennung von Lehramtsstudiengängen getroffen.
 
Aufbauend auf den Beschlüssen der KMK vom 10.10.2003 in der jeweils gültigen Fassung (Strukturvorgaben) und dem 02.06.2005 (Quedlinburger Beschluss) wird bezüglich der Lehramtstypen […] im Grundsatz beschlossen:

  • Die Länder erkennen akkreditierte Lehramtsstudiengänge für die Lehrämter des gehobenen Dienstes, die mit mindestens 210 ECTS-Punkten (LP) ordnungsgemäß abgeschlossen wurden, als Zugangsvoraussetzung zum Vorbereitungsdienst an, sofern sie in dem Land, in dem die Hochschule zuletzt besucht wurde, den Zugang zum Vorbereitungsdienst eröffnen.
  •  Als Voraussetzung für die Aufnahme in den Schuldienst gilt eine mindestens anderthalbjährige schulpraktische Ausbildung, davon mindestens ein Jahr als Vorbereitungsdienst.
  •  Die Länder können mit ihren Hochschulen bei erreichten 240 Hochschul-ECTS-Punkten die Vergabe eines Masterabschlusses unter Einbeziehung des Vorbereitungsdienstes vereinbaren, wodurch insgesamt 300 ECTS-Punkte erreicht sind.

Darstellung des gegenwärtigen Standes der Lehrerbildung in den Bundesländern (Download PDF)
(Erschwert wird die Erfassung des tatsächlichen Standes dadurch, dass sich viele Bundesländer (noch) in der Umstellung auf neue Strukturen befinden. Zusätzlich gibt es Probleme, da in einigen Bundesländern an  einzelnen Universitäts- bzw. Hochschulstandorten unterschiedliche Modelle der Lehrerbildung existieren.)